07/06 -

Mittelmeer - Griechenland

zurück zu Mittelmeer - Italien
zurück zur Übersicht


 

Moritz' Welt - 2. Juli 2006
Samstag, 0615: Was rumort denn da an Deck? Bestimmt der Papa. Aha, die Maschine springt an. Ist mir aber egal, ich bin soo müde, ich dreh mich nochmal um.
0830: Augen auf! Oh mann, das schaukelt aber! Ich ruf mal die Mama - bestimmt gibt sie mir meinen Kaba: "Mama! Ich will Kaba trinken!" Da ist sie ja schon. Herrlich, so'n kühler Kaba bei der Hitze! Ich bestell' gleich noch einen. "Mama? Wo fahr'n wir denn hin?" Nach Korfu, aha.
1030: Mist, meine Autos fahren von allein hin und her. DAS NERVT MICH SOO!! DA MUSS ICH IMMER GANZ LAUT SCHREIEN!! Ich würd so gern zu Papa an Deck, aber der sagt, da wär's zu nass. Na gut, dann spiel ich halt mit der Mama in der Kabine. Aber warum rutsche ich denn immer so zur Seite? Ist ja alles schief hier! Mama sagt, das ist weil der Wind von schräg vorne kommt. Weiß nicht so genau, ob ich das verstehe. Ich sage mal: "Der Wind drückt in das Segel und dann kippt die Marie." Mama sagt: "Ganz genau. Kluger Burschi."
1100: Ich bin schon wieder so müde. Gäääähn! Ich musste ja gestern auch so lange wach bleiben und in der Straßenkneipe Fußball gucken. War aber super. Ich habe eine kühle Limo gekriegt und ganz laut "Tor!" geschrien. Alle haben sich gefreut, als Deutschland gegen Argentinien gewonnen hat. Sogar die ganzen Italiener haben geklatscht! Und abends gab es ein irre lautes Getröte und Gehupe. Ich glaube, da haben die Italiener selber gewonnen.
1600: Ganz schön heiß hier. Wir sind alle ganz nackig. Mama hat mir ein Brot mit Mortadella und Tomaten gemacht. Papa ist die ganze Zeit draußen und guckt, dass wir richtig fahren. Der Motor macht ganz schön Lärm, aber Papa sagt, wir können nicht segeln, es gibt zu wenig Wind. Die Wellen schaukeln uns aber trotzdem ganz ordentlich durch.
2100: Mama dreht die Funke laut. Der Typ sagt was von "Gale Warning". "Mama? Was issn Gale Warning?" Sie sagt, es soll viel Wind geben. Sie fragt den Papa, ob wir nicht lieber in den Hafen am Stiefelabsatz fahren sollen. Papa antwortet, dass die Italiener Panik-Macher sind. Sieben Windstärken wären noch kein Sturm. Außerdem wäre das jetzt auch nicht so schlimm, mit sieben kämen wir schon zurecht, hätten wir alles schon gemacht. Und man könnte immer noch nach Levkas ablaufen, wenn's nicht anders ginge. Bis zum Stiefelabsatz wären es auch noch 30 Meilen, also mindestens sechs Stunden - da kann man auch rüber nach Korfu fahren. Ist nur doppelt so weit. Ich versteh' ja davon nichts, aber die beiden werden das schon machen. Da habe ich vollstes Vertrauen.
2200: Ich sing' mir mal noch ein Liedchen. "Grün ja grün sind alle meine Kleider..." Mein Lieblingslied zur Zeit. Ich kann alle Strophen auswendig. Hoffentlich fängt die Mama nicht wieder an mitzusingen. Ich kann das schon alleine! Ah, da ist der Wind! Papa macht die Maschine aus. Wir segeln! Da kann ich ja jetzt mal schön schlafen.
Sonntag, 0800: "Mama, machst du mir einen Kaba?" Scheinbar sind wir immer noch unterwegs. Ist mir egal, ich habe gute Laune. Ich geb' der Mama mal ein Küsschen. "Papa, ich hab ein Küsschen für dich!"
1000: Mama spielt mit mir Puzzle und liest mir vor. Papa duscht grade im Cockpit. Er schüttet sich Wasser aus einer Plastikflasche über den Kopf. Gottseidank bleibe ich verschont. Wasser über den Kopf gießen ist doof.
1200: Zum Mittagessen wünsche ich mir Melone. Als Nachtisch gibt's zuckersüße Pfirsiche.
1400: Ich mach' mal ein Nickerchen
1630: Oh, wir sind ja schon da! Aber ich hab jetzt schlechte Laune. Ich heule mal 'ne Runde, obwohl mir mein Papa meine geliebten Gummibärchen gegeben hat. Weiß auch nicht. Mir ist so heiß. Alles Mist.
1700: Ich krieg' die blaue Plastikwanne zum Plantschen ins Cockpit gestellt. Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung.
1800: Juhu! Wir gehen mit den Kiwis in den Swimmingpool am Hafen. Hoffentlich muss ich nicht wieder ins tiefe Wasser!!! Aber da hat mich der Papa schon geschnappt - "Niiiiissst, Papa! Ahhhh!" Ich muss mich ganz fest an ihn klammern, sonst geh' ich unter - was redet der da, ich soll ganz ruhig bleiben? Es geht um alles! Puhh! Jetzt hab' ich mich an seinen Hals geklammert und lass' ihn nicht mehr los. Mit der Rettungsweste laufe ich lieber im Wasser am Beckenrand entlang - macht viel mehr Spaß! Aber hungrig werde ich davon und müde, los ihr zwei, wir gehen zurück auf die Marie...

Haibiss! - 4. Juli 2006
Routinierte Handgriffe bei der Abfahrt: Schlauch und Stromkabel aufwickeln und verstauen, Kurs abstecken, Ventile öffnen, Instrumente an, Motor starten, Leinen los. Dann die Fender und die Leinen verstauen. Autopilot an. Angelzeug raus! Nach unserem letzten Fang wollen wir mal wieder einen großen Fisch am Haken zappeln sehen. Schon nach wenigen Minuten strafft sich die Leine bedenklich, wie die berühmte Klavierseite. Ein Griff bestätigt - da muss ein wirklich großer dran sein. Nur mit viel Mühe und in einem harten Kampf können wir die Leine Stück für Stück einholen. Ab und zu kann man es unter Wasser blitzen und blinken sehen. Das Wasser kocht regelrecht. Nach langen Minuten gelingt es uns, einen großen Teil der Leine aufzuwickeln und es wird immer deutlicher - an unserem Haken zappelt ein richtig großer Fisch. Die Rückenflosse schließlich zerstreut die letzten Zweifel: An unserer Angel hängt der Horror eines jeden Schwimmers - ein ziemlich großer Hai. Mit viel Geduld gelingt es uns endlich, das Ungeheuer in unser Cockpit zu hieven. Moritz ist am mutigsten und nimmt ihn sogar in die Hand, er ist sehr stolz auf 'seinen' Fang - aber wer soll dieses Monster essen???

Hai 1 040706.JPG

Hai 2 040706.JPG

Der Hai hat angebissen!

Moritz hat ihn gepackt
(mit der rechten Hand, die linke ist ihm mittlerweile an einer anderen Stelle festgewachsen...)

Das alles passiert auf der Fahrt von Gouvia-Marina, die uns wegen ihres tollen Swimmingpools und des günstigen Supermaktes in guter Erinnerung bleiben wird, nach Paxoi. Das ist die nächste kleine Insel ein paar Meilen weiter südlich. Hier wollen wir heute das Fußballspiel anschauen. Wie immer im Schlepptau die Hullabaloo samt Crew, die wir wahrscheinlich auch in den nächsten Wochen weiter um uns haben werden.
Gestern haben wir, nach eingehender Lektüre des Revierführers und ein paar Gesprächen mit anderen Seglern, unsere Törnplanung wieder mal verändert. Der ursprüngliche Plan, den Peloponnes zu runden, wurde ad acta gelegt. Es kann da immer wieder einmal recht windig werden, was die Passage der drei Kaps nicht gerade vereinfacht. Außerdem bedeutet es auf dem Weg nach Athen natürlich einen beträchtlichen Umweg. Da bietet sich doch der direkte Weg durch den Kanal von Korinth an - ist bestimmt auch aufregend und wahrscheinlich wesentlich entspannter. Außerdem bleibt uns so mehr Zeit für das nördliche Griechenland und die Sporaden ;-)

Einmal Korfu und zurück - 8. Juli 2006
Drei Tage und Nächte haben wir in Ormos Lakka auf Paxoi verbracht. Eine hübsche Bucht, wenn auch jeden Abend ziemlich voll - wenn es dunkel wird, gesellen sich zu den Sternen dann noch die Ankerlichter der Schiffe. Die allerdings wechselten täglich, denn die meisten Charterer wollen natürlich in ein oder zwei Wochen mehr sehen als nur eine Bucht. Also startete jeden morgen das Bucht-wechsel-Dich Spiel. Wir mussten da zum Glück nicht mitmachen, was wir sehr genießen. So ließen wir die Tage verplätschern, arbeiteten ein wenig an der Marie, gingen an Land einen Frappé trinken, mit den Kiwis tratschen undsoweiterundsoweiter. Nix aufregendes also, aber wir wollten ja auch Urlaub machen und uns langsam Richtung Süden hangeln. Stattdessen finden wir uns jetzt in der Marina Gouvia wieder. Ganz spontan hat sich nämlich Thorstens Vater Adi zum Besuch angekündigt - da machen wir doch gerne eine Abweichung vom Fahrplan und nehmen ihn mit Richtung Levkas.

Ormos Lakka 060706.JPG

Ormos Lakka

Nix aufregendes... - 10. Juli 2006
Hier läuft alles mal wieder wie am Schnürchen - Adi fand Marie zur allgemeinen Freude doch irgendwann am Steg, wir fanden gemeinsam den Weg zurück nach Ormos Lakka. Dort fanden wir eine große italienische Fangemeinde vor, die in den Bars am Strand das Spiel schauten. Unsere "Allez-les-bleus"-Rufe wiederum fanden nur selten ein Echo, kein Wunder also, dass das Spiel so ein Ende fand... War uns aber auch schnell wieder wurscht, wir hatten nämlich wichtigeres zu tun: Der Fuhrpark musste neu sortiert, das türkisgrüne Wasser ausgenutzt und wir und Marie nach Levkas gebracht werden. Und wie immer, wenn wir eigentlich gar nix aufregendes zu berichten haben, müssen Fotos herhalten. Da!:

Moritz' Fuhrpark 080706.JPG

Moritz am Beiboot 090706.JPG

Moritz und Thorsten schwimmen 090706.JPG

Adi streckt die Zunge raus 090706.JPG

Moritz kann sich stundenlang mit dem Parken seines Fuhrparks beschäftigen

Mittlerweile traut er sich nach viel Zusprache schon richtig ins 'Tiefe'

Dann hilft er seinem Papa, das Mittelmeer leer zu trinken - die Hälfte haben wir schon

Obwohl wir ihn gut behandeln, ist Adi frech zu uns - nicht wirklich ein Vorbild für Moritz...

Das Sommerloch - 14. Juli 2006
ist überall. Auch bei uns. Was weiter geschah: Von Levkada sind wir dem Kanal Richtung Süden gefolgt - mit ein paar Kühen am Rand hätte das auch Holland sein können. Wahrscheinlich gibt es hier deshalb so viele Niederländer. Auf dem Weg nach Ormos Vlychon im Südosten der Insel passierten wir die Tranquil Bay - allerdings hat es sich hier längst ausgetranquilt. Unmengen an Schiffen ankern hier gegenüber eines Touristenortes und einer maroden Werft. Warum auch immer. Wir fuhren tiefer in die große Bucht und ankerten vor den netten Tavernen an der Ostseite. Am folgenden Tag tuckerten wir an Skorpios vorbei, der Privatinsel von Onassis. Nach einigem erfolglosen Hin und Her konnten wir uns auf Syvota im Süden von Levkas als nächsten Stop einigen - nicht immer so einfach in diesem Revier wo es in nächster Nähe immer eine Unmenge an Anker- und Anlegemöglichkeiten gibt. Seglerisch also eher Sommerloch - aber ein sehr hübsches. Und an Bord? Wenn Adi uns nicht die Zunge rausstreckte, vertiefte er sich in seine Bücher. Sein Ziel, jeden Tag ein neues Buch zu starten, hat er knapp verpasst. Außerdem spendierte er Moritz einen neuen Niknik, nachdem dem alten die Luft ausging (also dem alten Niknik) - wie das Foto beweist, macht uns das Tierchen viel Freude. Die hatte Thorsten auch mit einem hundertprozentigen Toilettencrash auf nüchternen Magen. Nach nur zwei Stunden mit der Nase über der Schüssel war alles einmal komplett auseinandergenommen, gereinigt und wieder zusammengesetzt. Leckerleckerleckerlecker! Jetzt sind wir wieder zurück in der Marina Levkas. Von hier aus wird Adi zurück nach Korfu fahren und wir mit ein paar Zwischensationen nach Patras, denn dort nehmen wir am 21. Juli Steffen an Bord.

Adi liest 120706.JPG

Adi liest 130706.JPG

Einfahrt Syvota 120706.JPG

Marie in Ormos Abelike 140706.JPG

Adi liest und liest und liest

 

Da geht's nach Syvota

 

Marie auf Meganision

 

Krokodilwerbung 1 130706.JPG

Klempner Thorsten 140706.JPG

Wartekai in Levkada 140706.JPG

Thorsten und Moritz mit dem neuen Niknik

Thorsten schaut in die nunmehr leere Röhre

Zum Glück war der Wartekai der Marina Levkas schon besetzt

De Hans im Schnookeloch - 17. Juli 2006
De Hans im Schnookeloch hot alles was er will.
Un was er will, des hot er net.
Un was er hot, des will er net.
De Hans im Schnookeloch hot alles was er will!
(
Alte pfälzische Weisheit)
Und de Hans im Schnookeloch ist gerade zu Gast auf der Marie. Er löst Jörg und Ralf ab. Auf der Marie gibt es nämlich gerade mal wieder den Blues. In der Regel kommt Hans immer gerade dann vorbei, wenn ein Besucher geht. Die vielen Abschiede, die wir mittlerweile hinter uns gebracht haben, gehen uns nämlich ganz schön auf den Zeiger. Wir verfallen dann meist in eine mindestens eintägige Depression - da können das Wetter und die Umgebung noch so schön sein. Hinzu kommen immer wieder mal Sorgen um das Schiff. Diesmal spuckte der Auspuff - rechtzeitig zu Adis Abreise - bei Fast-Vollgas schwarzes Wasser (was in der Regel ein Hinweis auf unverbrannten Kraftstoff ist). Nach der ersten Panik kam der Hobbymechaniker Thorsten dann darauf, den Luftfilter nach viel zu vielen Betriebsstunden mal wieder zu reinigen (dicke schwarze Soße kam raus) und den Propeller vom Bewuchs zu befreien. Der Effekt war umwerfend: Mariechen fährt ohne Rußentwicklung wieder einen halben Knoten schneller. Aber davon mal abgesehen fühlen wir uns gerade mal wieder ziemlich satt. Würde uns heute jemand Flugtickets in die Hand drücken, kämen wir wirklich in Entscheidungsnöte. So ist das halt manchmal. Auch wenn die äußeren Bedingungen gerade vom Feinsten sind wie hier im Ionischen Meer: Stabiles Wetter, tolle Temperaturen, hinter jeder Ecke ein neuer Ankerplatz, wunderschöne Landschaft...
So ist es denn auch kein Wunder, dass wir jetzt in einer Sache eine Entscheidung getroffen haben, die wir in den letzten Monaten immer wieder mal besprochen haben: Marie steht ab Mitte Oktober zum Verkauf. Wir können uns einfach nicht mit der Idee anfreunden, unsere kommenden Urlaube immer wieder an den jeweiligen Liegeplatz zu fahren, ein paar Tage zu schuften, eine Menge Geld zu bezahlen, um dann zwei Wochen zu segeln - dazu haben wir zu viele andere Interessen. Für uns ist Marie ein Schiff zum 'darauf-leben' - wir können sie guten Gewissens an Leute verkaufen, die genau das tun wollen. Also: Interessenten, meldet Euch! Mehr Informationen finden sich hier!
Und auf See wie an Land kommt ja in der Regel nach ab wieder auf, wir werden uns wieder berappeln und uns noch zwei bis drei schöne Monate machen ;-)

Kapitaen Moritz 160706.JPG

Moritz juckt all das natürlich und zum Glück herzlich wenig - er schikaniert uns weiter eifrig herum...

Und während wir uns wieder berappelten, sind wir über die Varkho Bay am Festland auf das kleine Inselchen Kastos mit seinen dreißig Einwohnern gefahren. Am frühen Nachmittag hatten wir den ausgestorbenen kleinen Hafen ganz für uns alleine. Am Land gibt es nur ein paar kleine Restaurants und viele, meist unbewohnte Häuser - sehr verschlafen und idyllisch. Später jedoch kam eine riesige Horde von Segelyachten, wohl eine Flotille, die sämtliche verfügbaren Plätze in Beschlag nahmen. Wir können immer noch nicht verstehen, was all diese Leute dazu bringt, immer am Kai anlegen zu wollen... Das Manöver ist schwieriger, direkt nebenan lärmen die Nachbarn und vom Boot aus schwimmen kann man auch nicht! Egal - deren Anlegemanöver jedenfalls unterhielten und amüsierten uns bis in den frühen Abend. Um mit Tony zu sprechen: Everybody has a different approach!

Kastos 160706.JPG

Fischerkahn vorm Friedhof 170706.JPG

Krankenhaus Kastos 170706.JPG

Windmuehle mit Olivenbaum 170706.JPG

Kastos

Fischerkahn vor dem Friedhof

Direkt gegenüber das Krankenhaus

Alte Mühle, alter Olivenbaum

Ab nach Patras - 20. Juli 2006
In den letzten Tagen haben wir uns weiter die ionische Inselwelt angeschaut - ein tolles Revier, für das wir leider zu wenig Zeit eingeplant haben. Macht aber nix, hier kann man auch als Charterer leicht wieder hinkommen. In Fiskardo auf Kefalonia haben wir uns übrigens gezwungenermaßen auch mal in 'Rückwärts-mit-Anker-am-Kai-Anlegen' probiert - es war nicht wirklich ein Debakel, aber auch nicht unser bestes Manöver. Diese Art anzulegen heißt übrigens bei den Seglers 'römisch-katholisch' - warum auch immer. Maries starker Schraubeneffekt sorgt bei Rückwärtsfahrt dafür, dass sich ihr Hintern nach steuerbord bewegt, und zwar nicht zu knapp. Dank den Kiwis auf der Hullabaloo lagen wir dann aber doch irgendwann neben ihnen fest. Zum letzten Mal, denn hier trennten sich unsere Wege - unserer führt nach Osten, ihrer - nach ein paar weiteren Wochen im Ionischen Meer - nach Westen, wo noch zwei richtig große Meere auf sie warten, ehe sie wieder zuhause sind: Atlantik und Pazifik - wir möchten nicht mit ihnen tauschen...
Nächster Stopp war die Insel Petala bzw. die Bucht östlich davon - riesig, einsam, wunderschön - hier hätten wir es noch ein paar Tage aushalten können, aber wir mussten weiter. Der berühmte Popstar Tom Wunder (alias Steffen) landet am Samstag in Patras und besteht darauf, mit einer Stretch-Limousine (also dem Bus) vom Flughafen abgeholt zu werden. Und das ist erst der Anfang: Wir sollen eine Vorauswahl an Groupies treffen, der Rieslingschorle muss eiskalt sein und Thorsten soll sich als Steward (wie Sascha Hehn auf dem Traumschiff) verkleidet, permanent zur Verfügung halten. Das kann ja heiter werden, aber so sind Künstler eben. Doch zunächst mussten wir uns vor dem starken Ostwind, der leider nicht angekündigt war, nach Mesolongion an der Nordseite des Golfes von Patras verkriechen. Kein berühmter Hafen, aber irgendwie ganz nett. Die Temperaturen allerdings waren heftig. Der heiße Wind wehte zusätzlich den Duft der Eukalyptusbäume herüber - da fühlten wir uns wie beim Aufguß in der Bio-Sauna. Leider fehlte das kalte Tauchbecken, denn die Wassertemperaturen haben zwischenzeitlich 26°C erreicht. Wir hofften, dass der Wind am nächsten Tag nachlassen würde, damit wir es nach Patras schaffen (wo auch ein reservierter Liegeplatz auf uns wartet), sonst müssten wir Tom Wunder mit dem VIP-Hubschrauber einfliegen lassen ;-)

Ankerplatz Petala 190706.JPG

Berg auf Patala 190706.JPG

Ankerplatz Petala

und nochmal

Der Wind hatte nicht nachgelassen, sondern im Gegenteil noch einen draufgesetzt. Obwohl wir uns schon um sieben Uhr auf den Weg machten, mussten wir uns und die olle Marie gegen volle sechs und manchmal sieben Windstärken in den Hafen peitschen. Dort wollte von einer Reservierung niemand etwas wissen - 'No berth' krächzte es aus der Funke. Nach einigem Hin und Her ließ man sich dann aber doch erweichen... Zum Glück, denn es gibt keine Alternativen. Jetzt müssen wir noch irgendwo eine Kiste Riesling auftun, sonst rastet Tom morgen aus!

Die Feldwege von Araxos - 23. Juli 2006
Eine unertägliche Hitze lag über dem Land und über den staubigen Feldwegen, und über der aufgeheizten Landstraße flimmerte die Luft in einem öligen Film. Zikaden zerteilten mit ihrem metallischen Lärm die Stille. Schafe und Ziegen suchten Schatten unter Olivenbäumen, alles lechzte nach Wasser und Abkühlung. Kein Mensch war zu sehen, man ruhte sich in kühlen Häusern aus und wartete ab, bis die Hitze am Abend etwas nachlassen würde. Plötzlich verdunkelte ein Schatten die sonnenverbrannten Felder, und eine Boeing 737, blau, mit dem roten TUI-Lächeln, senkte sich vom Himmel herab. Es verschwand, als es den Boden berührte, zwischen den Olivenbäumen, ohne dass ein Flughafengebäude oder eine Landebahn zu sehen gewesen wären. Es war still, nur die Zikaden rasselten weiter ihr Hitzelied.
In der Zwischenzeit stiegen drei Personen - zwei Erwachsene mit einem Kleinkind - aus einem Reisebus, etwa zwei Kilometer von der Landestelle entfernt, aus. Der Fahrer schien noch etwas zu erklären, deutete mit der Hand in die Fahrtrichtung, wendete dann aber und fuhr dahin zurück, von wo er gekommen war. Mitten in der drückenden Mittagshitze machten die Drei sich zu Fuß auf den angedeuteten Weg, vorbei an den Olivenbäumen mit den darunter ruhenden Schafen und Ziegen, immer weiter auf der kleinen staubigen Landstraße, an der kein Haus und kein Baum Schatten spendeten. Die Straße beschrieb einen weiten Bogen und endete nach zwei Kilometern endlich dort, wo die Familie das Flugzeug vermutete - und tatsächlich: Direkt nach der letzten Kurve endete die Straße an einem Eisentor neben ein paar Feldwegen. Die kleine Familie stand plötzlich vor einem kleinen Gebäude, vor dem sich einige TUI-Busse und eine Horde deutschsprechender Reisender drängten. Und richtig - dort drüben war auch das Flugzeug. In der Halle schoben sich die Menschen so dicht zusammen, dass sie das Gepäckbandprovisorium vollständig verdeckten. Tom Wunder, alias Steffen W. (der berühmte Pop-Produzent), soeben mit der blauen Boeing gelandet, wartete in der Menschentraube geduldig auf die kleine Familie, die gekommen war, um ihn abzuholen und ihn mit auf ihr gelbes Schiff zu nehmen, das im Hafenbecken der drittgrößten Stadt Griechenlands lag.
Wegen der misslichen Verkehrsanbindung beschlossen die Freunde nunmehr, dreißig Euro für eine Taxifahrt in das etwa fünfzig Kilometer entfernte Patras auszugeben. In der angenehm klimatisierten E-Klasse sitzend, unterhielten sie sich über die Fahrpreisunterschiede. Man kam überein, dass dreißig Euro für ein Taxi mit dreieinhalb Personen ein fairer Preis sei, gerechnet gegenüber dem Fahrpreis von acht Euro vierzig für zweieinhalb Personen und eine einstündige Busfahrt inklusive zwei Kilometer Fußmarsch durch die malerische Landschaft. Mit einem kleinen Lächeln im Gesicht rekapitulierte man die Geschehnisse: Die Fragen am Informationsschalter des Busbahnhofs in Patras und die fehlenden Auskünfte zu einer derart rudimentären Busanbindung des Flugzeug-Landefeldwegs von Araxos, die fehlende Bereitschaft des Busfahrers, den kurzen Abzweig zum Flugplatz zu nehmen, die nette Geste des Bus-Schaffners, den Verlauf des anschließenden Fußmarschs zu erklären, und das Erstaunen darüber, dass ein so großes Flugzeug an einem Ort landen konnte, der wie der Segelflugplatz von Schweigenhofen anmutete.
Nach einer rasanten Taxifahrt über das unter der Hitze ächzende Land erreichten die vier Personen wohlbehalten den Hafen, verschwatzten den Nachmittag bei kühlen Getränken im Cockpit des kleinen Segelschiffes und ließen den Abend bei Souvlaki Pitta in einer Imbissbude gemütlich ausklingen.

Auf dem Weg zum Mittelpunkt der Welt - 26. Juli 2006
Unter der Brücke, die den Peloponnes mit dem Festland verbindet, hindurch führte der Weg (mal wieder bei nicht angesagtem Gegenwind) - nach Trizonia. Ein sehr hübscher Ankerplatz hinter einer kleinen Insel mit einem verschlafenen Örtchen, wo wir uns erstmal erholen mussten. Für unsere Weiterfahrt nach Itea war dann endlich schwacher Nordwestwind vorhergesagt. Gegen den starken Südostwind kreuzten wir dann in die schmucklose Hafenstadt. Hierher muss man wirklich nur fahren, um leicht nach Delfi zu kommen. Ansonsten lockt hier nichts.

Marie in Fahrt Golf von Patras 1 230706.JPG

Die Drei von der Marie 240706.JPG

Marie im Golf von Patras

und ihre Crew in Triziona

Außer vielleicht der humoreske aber humorlose Hafenkapitän. Der rennt den ganzen Tag sehr hektisch den Kai rauf und runter und gibt dabei eigenartige Anweisungen von sich. Man muss ihm zugute halten, dass er das immerhin auf Englisch tut: "You come eighteenthirty office! Ship papers! Eighteenthirty! Office! Ship paper!" Machten wir doch glatt - schließlich waren wir von seinem offiziellen Auftreten und vor allem seiner schicken weißen Uniform und dem dazu passenden Kapitänskäppi tief beeindruckt.In seinem Büro wiederum waren wir von seiner absolut konfusen Art beeindruckt - zum Glück konnten wir alle erforderlichen Papiere und sämtliche "Passport numbers" vorweisen. Andere Segler nicht, was die Stimmung erheblich verschlechterte. Steffens schauspielerischem Talent hatten wir zu verdanken, dass sie nicht eskalierte: Sein nicht unterdrückbares Lachen konnte er gerade noch in ein Husten verwandeln, ehe ihn der kritische Blick des Offiziellen traf. Nach minutenlangem Tippen auf dem Taschenrechner zahlten wir die resultierende Summe von 14,92 Euro und verließen bester Dinge das Büro.
Am nächsten Tag fuhren wir - diesmal mit dem Bus - zu dem Mittelpunkt der Welt. Auf jeden Fall der antiken: Delfi. Sehr früh, um den Touristenströmen und der Hitze zu entrinnen. Ein wunderbarer Platz, der uns sehr beeindruckt hat.

Delfi 5 260706.JPG

Delfi 7 260706.JPG

Delfi 6 260706.JPG

Apollontempel in Delfi,

das Theater

und die Besucher

Satt! - 30. Juli 2006
Schon vor einigen Wochen hatten wir Flüge für einen schönen Anlass gebucht: Zu Janas und Stephans Hochzeit Mitte September wollten wir für einen sehr kurzen Besuch nach Deutschland kommen. Vier Tage und schnell wieder zurück nach Izmir. So wie es heute aussieht, werden wir uns den Rückflug schenken und zuhause bleiben. Wie vielleicht bei den letzten Berichten schon deutlich wurde, ist die Luft bei uns ein wenig raus. Wir hatten immer wieder Phasen, in denen es nicht ganz so dolle war und wir es an den Nagel hängen wollten. Meist war das nach ein, zwei Tagen vorbei. Diesmal nicht: Wir fühlen uns ziemlich satt... Klares Wasser und schöne Buchten finden wir immer noch schön, auch über einen tollen Segeltag freuen wir uns. Aber wir sind nicht mehr so wirklich euphorisch. Und wir haben keine Lust mehr auf die Umstände drumrum: Sorge ums Schiff, um das Wetter, um Versorgungsmöglichkeiten, den Liegeplatz. Komisch - gerade jetzt, wo es alles eigentlich ganz schön und leicht wäre. Aber es ist so und wir finden das auch gar nicht tragisch. Wir haben all das gemacht, was wir wollten und wie wir es wollten. Alle Ziele sind erreicht, der Traum in die Tat umgesetzt und gelebt. Dann ist es eben auch irgendwann einmal gut. Zum Glück sind wir uns auch darüber einmal wieder einig und nach einem kurzen Gespräch war alles klar. Statt durch die Sporaden werden wir jetzt auf direktem Weg durch die Ägäis in die Türkei fahren und uns dort noch ein paar schöne Wochen machen. Wir werden einen Landliegeplatz für unsere gute Marie finden und sie nochmal ordentlich pflegen, damit sie proper für den nächsten Eigner ist. Und dann werden wir noch ein wenig den Pfälzer Spätsommer genießen und uns wieder häuslich einrichten...

 

Satt 270706.JPG

 

 

Satt!

 

Popstars... - 2. August 2006
Mit einem kleinen Abstecher in eine nicht erwähnenswerte Bucht ging es weiter in den Hafen von Korinth. Das war Samstag, den Sonntag verbrachten wir in brütender Hitze auf dem Boot, weil unser Revierführer behauptet, dass die Fahrt durch den Kanal von Korinth dann 30 Prozent teurer ist. Beim Bezahlen auf der anderen Seite des Kanals stellte sich das als Fehlinformation heraus. Trotzdem kostete uns die halbe Stunde in dem etwa fünf Kilometer langen Kanal schlappe 90.- Euro. Unser Revierführer behauptet weiterhin, dass der Kanal auf den Kilometer gerechnet der teuerste der Welt sei. Das wiederum können wir uns ganz gut vorstellen... Aufregend und beeindruckend war es trotzdem, als wir gemeinsam mit einigen anderen Seglern einem Frachter wie Entlein ihrer Mutter folgten. Marie dann irgendwann als letztes Entlein - auf das "Boost it, boost it!" des Schleusenwärters konnten wir nur mit einer bedauernden Geste reagieren: Wir fuhren bereits mit Vollgas... Und auf der anderen Seite mussten die Schiffe geduldig warten, bis wir hintendrein gezockelt kamen, die steilen Wände bestaunt, uns allerhand Horrorszenarien wie Motorausfall vorgestellt oder skurrile Ideen, wie einfach mitten im Kanal den Anker zu schmeissen (inklusive der Reaktionen der Kanalbehörden), ausgemalt hatten.
Und weil wir ja auch ein wenig auf Kultur machen wollten, wählten wir als nächstes Ziel Epidaurus, wo es das am Besten erhaltene antike Theater Griechenlands gibt. Und aus einem geplanten Tag wurden dann glatt drei. Christiane und Steffen bzw. Tom Wunder gingen dann auch auf Besichtigungstour, während Vater und Sohn einen Männertag an Bord verbrachten. Wie zu befürchten war, konnte Tom die Bühne und das Theater nicht unbesungen lassen - er gab den ein oder anderen seiner Hits zum Besten. Sehr zur Verwunderung der anderen Besucher. Aber dennoch mit Erfolg - fortan waren uns ständig Paparazzi auf den Fersen, die Tom sehr unfreundlich in die Schranken wies. Einem hat er sogar die Speicherkarte mit Fotos abgenommen, so dass wir hier einige dieser Fotos zeigen können:

Kanal von Korinth 2 310706.JPG

Kanal von Korinth 5 310706.JPG

Epidaurus 6 010806.JPG

Epidaurus 5 010806.JPG

Kanal von Korinth

Tom kurz vor seinem Auftritt

in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Arena

 

Tom Wunder in action 1 020806.JPG

 

Tom Wunder in action 2 020806.JPG

 

Tom Wunder in action 3 020806.JPG

 

Tom Wunder in action 4 020806.JPG

Jagd auf Paparazzi - hoffentlich kommt der arme Kerl bald wieder aus dem Krankenhaus!

Full rein - 8. August 2006
in die Kykladen, das ist unser aktueller Kurs. Tom wurde wegen seiner Tätlichkeiten in dem hübschen Hafen von Aegina festgenommen und wenige Stunden später ins heimatliche Deutschland ausgeflogen, wo er von den Behörden in Empfang genommen wurde. Für uns startet damit dann auch die letzte Etappe quer durch die Ägäis. Zur Vorbereitung haben wir noch zwei Tage in der Olympic Marina am Festland verbracht. Sie rühmt sich "The most modern marina in the mediterranean" zu sein. Soso. Kleppern gehört ja bekanntlich zum Handwerk. Die Anlage ist schmucklos, ziemlich leer und ziemlich isoliert gelegen. In dem kleinen Supermarkt einzukaufen, treibt einem die Tränen in die Augen. Wenn man nach der Entrichtung der Hafengebühr noch welche hat: 37.- Euro pro Nacht sind ganz schön happig. Alternativ kann man auch in Lavrion einkaufen gehen, aber das erfordert einen halbstündigen Fussmarsch. One way. Das haben wir ebenso hinter uns gebracht wie die große Wäsche, den Motorcheck inklusive Ölwechsel und Dieselfilterwechsel, intensive Bootsreinigung und was sonst noch so anfiel, wie Wasser- und Dieseltanken. Radio Olympia - die griechische Küstenfunke - drohte für die kommenden Tag mit starken bis sehr starken westlichen Winden. Also wurde für den Sonntag das Ausschlafen wieder einmal gestrichen. Stattdessen tuckerte der Brummel schon um kurz nach sieben. Knapp fünf Stunden später erreichten wir Loutra auf Kythnos, ein sehr verschlafenes kleines Örtchen mit den typischen weißen Häusern und ihren blauen Fensterläden. Wind gab es unterwegs mal wieder keinen, aber wir werden trotzdem auf der Hut sein - in den Kykladen kann es im Sommer reichlich windig werden, wenn der Meltemi mal richtig lospustet. Dieser Wind aus dem nördlichen Sektor erreicht dann mehrere Tage hintereinander Stärken zwischen sechs und acht Beaufort. Wer uns kennt, weiß, was wir davon halten ;-) Letzte Nacht ging es dann aber doch los. Gegen vier Uhr standen fünf bis sechs Windstärken in die kleine Bucht, in der wir, wie viele andere, mit Buganker und Heckleine festgemacht hatten. Die ersten chaotischen Manöver wurden gefahren und wir mussten ab sofort im Cockpit Wache halten. Was sich bewährte: Um acht Uhr begann der Anker in einer Bö zu schlieren, die Entfernung zu den Felsen nahm rapide ab, am Ende waren sie nur noch ein, zwei Meter vom Ruder entfernt. In Windeseile lösten wir die Heckleine, starteten die Maschine und holten den Anker ein. Mit reichlich Glück konnten wir danach in der Nachbarbucht an einer kleinen Hafenmauer längsseits gehen. Ein Morgen ganz nach unserem Geschmack... Dafür gönnten wir uns glatt wieder einen Ruhetag in Kythnos!
Der folgende Tag war ziemlich einfach: sieben Uhr - Motor an, siebzehn Uhr - Motor aus, Naousa auf Paros, dazwischen 45 sm und keine weiteren Geschehnisse. Hatten wir schon erwähnt, dass es sehr warm ist, wenn kein Wind geht?

Kirchlein bei Loutra 060806.JPG

Mauermuster 2 080806.JPG

Kirchlein auf Kythnos

Griechische Mauer?!

Es geht grad so weiter - 10. August 2006
Von Naousa auf Paros nach Ormos A Georgiou auf Irakleia waren es 25 sm. Von da weiter nach Katapola auf Amorgos weitere 20 sm. Gefühlte Temperatur: seeeeehr warm. Wie üblich kein Wind. Immerhin sind wir jetzt in einer Hinsicht voll aklimatisiert: Wir können trotz Maries starkem Radeffekt rückwärts an der Pier festmachen. Das ist aber nu echt das Aufregendste, das es zu berichten gibt. Noch etwa 75 sm bis in die Türkei. Die werden wir wahrscheinlich in feinen 20-30 sm-Häppchen geniessen, mit Stopps in Levitha und Leros. Marie Brizard out.

Meltemi is alle! - 11. August 2006
Was haben wir uns vor ihm gefürchtet. Die ganze Zeit gab es keinen, dann konnten wir ihn aber doch endlich mal kennenlernen, den Meltemi, eigentlich vorherrschender Wind in den Sommermonaten. War gar nicht so schlimm, irgendwie kamen wir sogar richtig gut miteinander zurecht. Aber jetzt isser alle. Schade, irgendwie!

 

Meltemi is alle 110806.JPG

 

 

Meltemi is alle!

 

Aber 'in echt' waren wir gar nicht daran interessiert, ihn zu treffen. Und bisher ist er auch noch nicht aufgetaucht. Aber vielleicht klappt es ja doch noch: Für den Beginn der kommenden Woche ist Starkwind aus Nord vorhergesagt. Was uns in strategische Fragen stürzt: Direkt in die Türkei durchfahren oder in Leros abwarten? Eigentlich gehubbsd wie narrisch gedu. Wenn wir da sind, wissen wir mehr ;-) Auf jeden Fall ist wettermäßig was am passieren - immer wieder mal werden starke Westwinde vorhergesagt und heute morgen haben die Wolken auch ganz komisch gemacht. Da sind wir lieber noch in Katapola geblieben. Auch wenn es am Kai direkt gegenüber der Tavernen abends recht ungemütlich wird, denn von 20:00 bis 04:00 Uhr erwacht hier erst alles. Zum Glück haben die Supermärkte auch noch ewig offen, da können wir und noch ein Fläschchen Meltemi kaufen... Und wenn uns morgen die Götter wohlgesonnen sind, fahren wir nach Levitha, weil es da wunderbar einsam und hübsch sein soll...

 

Levitha.JPG

 

 

Zur Orientierung: Da ist Levitha

 

Ach, wat is dat heerlich! - 13. August 2006
Dat kannze mit Jeld nich bezaalen! Wir sind tatsächlich mal wieder gesegelt. Wenn der Brummel aus ist, fängt der Spass erst richtig an und man merkt, wie sehr einem das Getuckere auf die Nerven geht. Mal abgesehen davon, dass Wind die Temperaturen richtig erträglich werden lässt. Also sind wir fast die gesamte Strecke von Amorgos nach Levitha gesegelt. Das übrigens wirklich so wunderschön ist, wie uns das der Revierführer versprochen hat: Eine wilde und einsame kleine Insel, auf der nur eine Handvoll Menschen leben. Wir wären gerne noch geblieben, aber es zieht uns in die Türkei. Auf der Strecke nach Leros lief dann die Maschine insgesamt nur eine Stunde - so wie es eigentlich sein sollte - aus der Bucht raus und in den Hafen rein. Der Rest war Segeln vom Feinsten: Mit halbem Wind und um die fünf Knoten rauschte Marie durch die Ägäis - heerlich! Levitha war dann auch unsere letzte Kykladen-Insel - Leros und die Inseln direkt vor der türkischen Küste heißen Dodekanes. Im Hafen von Lakki erwartete uns ausnahmsweise mal ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Hafenmeister - das liegt wohl auch daran, dass das Örtchen etwas schmucklos ist und sich deshalb nicht allzu viele Segler hierher verirren. Wenn das Wetter mitspielt, machen wir morgen die restlichen 20 sm in die Türkei.

Berge auf Amorgos 120806.JPG

Wackelbild Levitha 120806.JPG

Berge auf Amorgos

Levitha - wie gemalt ;-)

 

zurück zur Übersicht

Karte Mittelmeer-Ost

 weiter zu Mittelmeer-Türkei